Gottesdienst zum Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus am 25. Jan. 2015

Veröffentlicht Januar 19, 2015 by Michael Heinrich in Aktuelles

Ein Stolperstein für Benjamin (Hartmut Traub)

In der Markuskirche findet am kommenden Sonntag, den 25. Januar 2015 ein Gottesdienst zum Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus statt, in dem besonders der namenlosen Opfern der NS-Euthanasie gedacht werden soll.

Literarische Grundlage ist das Buch „Ein Stolperstein für Benjamin“. In diesem Buch rekonstruiert Hartmut Traub den Lebens- und Leidensweg seines Onkels Benjamin Traub, und stellt dessen Schicksal in Zusammenhänge der Nachkriegs- und Gegenwartsgeschichte.

Anfang April 1941 erhielten die Eltern die Nachricht, dass ihr Sohn „plötzlich und unerwartet an einer Grippe mit nachfolgender Hirnhautentzündung“ verstorben sei. Da er an einer „schweren, unheilbaren geistigen Krankheit“ gelitten habe, sollte die Familie seinen Tod „als eine Erlösung auffassen“.

Mitwirkende sind Rudolf Eckhardt und Sigrid Kreling-Bérard, Lesungen, Peter Manteuffel, Saxophon und Hannes Volkhardt, Kontrabass sowie Oliver Vogeltanz, Orgel und Pfarrer Holger Wieboldt, Liturgie

Hintergrund:

Symptomatisch für viele Familien von Betroffenen wurde auch Benjamins Schicksal als Opfer der NS–„Euthanasie“ in seiner Familie lange verschwiegen. Obwohl dieses Schreckenskapitel des Nationalsozialismus seit längerem wissenschaftlich erforscht ist, steht seine Aufarbeitung in den betroffenen Familien sowie die gesellschaftliche und politische Rehabilitierung der „Euthanasie“-Opfer erst am Anfang. Dabei kommt es darauf an, den in anonymen Zahlenkolonnen erfassten Terror der NS-Zeit durch individuelle Lebensläufe und persönliche Leidenswege zu konkretisieren. Dazu dienen „Stolpersteine“. An ihnen wird abstrakte Geschichte zu persönlichem Schicksal. Mit ihrer Inschrift entreißen sie die Opfer dem namenlosen Unheil und der gesichtslosen Leidensgeschichte von Millionen. So hilft der Stein, die Würde eines Menschen, der von diesem Ort ausgehend zum Opfer brutaler Menschenverachtung wurde, wieder aufzurichten.

Zum Plakat: Plakat GONS 25 01 2015 2

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